Die ersten beiden WM-Titel haben für mich keine Bedeutung, an 1990 kann ich mich noch ganz gut erinnern. Aber den gestrigen Tag werde ich wohl nie vergessen: Die Vorfreude, das Zittern während des Spiels, Toooor, das war jetzt wirklich DAS Tor, Abpfiff, unglaublich, wir sind jetzt wirklich Weltmeister!!!

Und wir sind nicht da, sind weg.

Wir hören keine Hup-Konzerte, liegen uns nicht mit Freunden und Wildfremden in den Armen, haben keine Ahnung, zu welchen Liedern jetzt gefeiert wird, baden nicht in einem Fahnenmeer aus Schwarz-Rot-Gold, sehen keine Spieler-Interviews und Experten-Kommentare, saugen nicht die historische Sieger-Atmosphäre auf. Stattdessen: weinende Argentinier auf dem ESPN-Bildschirm, Siegerehrung unterbrochen von unzähligen Werbepausen, Angst, dass noch vor der Pokalübergabe zum Sportnachrichten-Alltag rübergeschwenkt wird (wen interessiert LeBron James?), auf der Fahrt nach Hause schwenken wir die Deutschland-Fahne und keinen interessiert’s, am Abend verzweifelte Versuche, ein paar Sportschau-Clips im Internet anzugucken. Fehlanzeige.

Wie gerne wäre ich jetzt in Deutschland!

Aber zum Glück gibt es Spieler wie Podolski, die zwar auf dem Platz nicht so aktiv waren, dafür aber umso mehr auf den Social Media Plattformen. Also lachen auch wir über Poldies Selfies mit Schweini (hier) und der Kanzlerin (hier). Das kostenlose Probe-Abo bei der SZ funktioniert zum Glück auch, so dass wir nicht auf die beste Sportberichterstattung der Welt verzichten müssen. Und jetzt koche ich mir nen Kaffee, esse ein Stück von meinem Deutschland-Kuchen und hadere nicht mehr mit meinem Expat-Leben (mit dem ich ja eigentlich sehr zufrieden bin), sondern lasse mich vom Freudentaumel mitreißen. Danke, dass es Dich gibt, liebes Internet!