Eigentlich wollte ich mir heute einen neuen Computer bestellen. Bei meinem alten MacBook ist das Motherboard kaputt. Die Reparatur kostet fast genauso viel wie ein neuer Computer… Eigentlich wollte ich die Kinderzimmer aufräumen. Eigentlich könnte ich einen Zwetschgendatschi backen. Stattdessen haben sich meine Gedanken über das Expat-Leben in den USA ganz oben auf die To-Do-Liste geschlichen. Und dabei rausgekommen sind diese 15 Gründe, warum ich das Leben in den USA so mag!

15 Gründe warum ich das Leben in den USA so mag – www.tinabusch.com

  1. Zeig was Du kannst. In der Berufswelt stehen Dir die Türen erstmal offen. You think you can do it? Do it! Hier bekommst Du die Chance zu zeigen, dass Du es kannst. Auch mit zwei Kindern. Und vielleicht musst Du noch nicht einmal Deine Zeugnisse vorzeigen. Oder Du machst Dich einfach selbstständig, verkaufst Deine selbstgenähten Kindersachen auf Etsy, Deine auf Holz gedruckten Mix-Media-Kunstwerke auf dem Markt, bietest Seidenmalerei-Kurse an. Wenn’s nicht läuft oder Du keine Lust mehr hast, hörst Du auf. Und probierst einfach was Neues aus.
  2. Die unbegrenzte Auswahl. “Kauft doch mal eine Packung Cornflakes!” Für unsere Gäste keine einfache Aufgabe, denn das Cereal-Regal im Supermarkt erschlägt einen fast: Pops, Wheaties, Bran, Flakes, Crunch, Bites, Bix, Crisp, Chocolate, Almond, Vanilla, Berries… Ähnlich sieht’s auch im Chips-Regal aus. Da gibt es immer was Neues zu entdecken!
  3. Das Wetter. Von April bis Oktober leben wir draußen. Drinnen sind wir nur, wenn es zu heiß ist. Der Pool ist unser zweites Zuhause, gegrillt wird jedes Wochenende, lange Hosen und Shirts liegen im Schrank. Und zwar gaaanz hinten!
  4. Auswärts essen. Meine Freundin Katharina und ich haben seit vier Jahren eine stehende Verabredung: jeden Monat probieren wir ein neues Restaurant aus. Da hier fast jede Woche etwas Neues aufmacht, wird es uns nie langweilig (wird’s uns sowieso nicht, weil das Essen eigentlich nur die Grundlage für stundenlange Gespräche liefert…). Aber auch wir als Familie gehen oft essen, denn Kinder sind hier überall willkommen. Unsere Kids lieben die Kids Menus und die Malsachen zum Zeitvertreib.
    Mein derzeitiges Lieblingsrestaurant: Two Ten Jack – mit dem Ramen kommt das Beste wirklich zum Schluss.
    Die Lieblingsrestaurants meiner Kids: Rain (gegessen wird “auf dem Boden” im Rain Room) oder Southside Social (leider kein Kids’ Menu, dafür gibt’s aber viel zu machen – Cornhole, Bowling, Mega-Yenga und der Jump Park ist gleich nebenan – und zu gucken – das Football-Stadion ist direkt gegenüber).
  5. Die Sprache. Englisch habe ich während meines Studiums und meiner Promotion bis in die Tiefe analysiert – syntaktisch, morphologisch, pragmatisch, semantisch. You name it. Und trotzdem lerne ich jeden Tag etwas Neues dazu: in Gesprächen mit Freunden und Nachbarn, beim Hören von Podcasts, beim Gucken von Serien, beim Lesen von Blogs, Artikeln und Büchern. Oder von meiner Tochter. Das Schulkind bringt nämlich sehr interessante Formulierungen mit nach Hause…
    Lieblings-Podcasts: Sorta Awesome und Being Boss
    Lieblings-Serien: Friday Night Lights (ist schon ein paar Jahre alt, aber sehr gut. Man lernt viel über Football. Und das Highschool-Leben…) und Scandal (nächste Woche geht es wieder los!)
    Lieblings-Blogs: Hollywood Housewife und la la lovely – kennt Ihr beide schon aus den wöchentlichen The Weekend Files-Posts.
  6. Die Freundlichkeit der Südstaatler. Ja klar, da ist auch viel Oberflächlichkeit dabei. Aber ich ziehe dann doch lieber ein oberflächliches, aber freundliches How are you today? einem griesgrämigen Sonst noch was? vor.
  7. Die Weite. Hier ist alles groß und breit und weit. Häuser, Parkplätze, Straßen, Parks, Autos, nicht-bebautes Land, Malls. Eingeengt fühlte ich mich eigentlich nur im Kindergarten.
  8. On- und Offline Shopping. Ich shoppe sehr gerne. Und Shopping macht hier einfach Spaß! Weil man immer ein Schnäppchen machen kann (oder glaubt eins zu machen). Ich kaufe sehr selten etwas zum regulären Preis, sondern warte auf BOGO (Buy-One-Get-One)-Deals, Coupons oder Discount Codes.
    Lieblings-Offline-Shop: Anthropologie (Klamotten) und Home Goods (Einrichtung)
    Lieblings-Online-Shop: Amazon (für alles) und cb2 (Einrichtung)
  9. Buy Local. Unsere CSA-Box versorgt uns jede Woche mit regional angebautem Gemüse. Restaurants werben mit einem Farm to Table-Menu, d.h. sie beziehen ihre Zutaten nur von regional-ansässigen Zulieferern. Kleine Shops bieten Künstlern aus der Umgebung eine Verkaufsfläche. Ganz besonders gut gelungen ist das Konzept von Crafted Westside in Atlanta.
  10. Coffee Shops. Chattanooga is a coffee lover’s dream! Ein Coffee-Mekka! Auf einem überschaubaren Raum gibt es so viele Gelegenheiten, einen guten Kaffee zu trinken. Wenn ich wieder an meine Fotos und die Bildbearbeitungs-Software komme, gibt’s dazu auch endlich einen ausführlichen Post (Update: den Post findest Du hier).
  11. “I’m proud to be an American”. Der Patriotismus der Amerikaner ist zwar manchmal too much, aber meistens sorgt er bei mir doch für Gänsehautgefühl. Wenn das ganze Baseball-Stadion die Nationalhymne singt, meine Tochter in der Schule die Pledge of Allegiance spricht und sich dabei die Hand aufs Herz legt. Wenn die Frauenfußballnational-Mannschaft in Chattanooga ein Freundschaftsspiel absolviert und alle Zuschauer wie laufende Star-Spangled Banners aussehen. Find ich gut, mach ich mit.
  12. Dekorationen & DIYs. Der Herbst steht vor der Tür (Aber psssst! Ich lasse ihn noch nicht rein!) und die Geschäfte erstrahlen in den Farben orange und schwarz. Kürbisse in allen Größen und Variationen, Halloween-Kostüme und Süßigkeiten. Und Deko- und Bastelmaterial. Es gibt nichts, was man nicht kaufen kann. Und so günstig! Haustür-Deko? Check. Spiderman-Kostüm? Check. Spider-Cupcake-Mix? Check. Rudolph-Kostüm fürs Auto? Check (war im Angebot…). Glitter glue und Scrapbook-Papier? Check.
  13. Front und Back Porches. Sie bieten Schatten, zusätzlichen Wohnraum und – kombiniert mit Schaukelstühlen oder einer Schaukel – schaffen sie diese typische Südstaaten-Atmosphäre, an die ich mich so gewöhnt habe.
  14. Country Music. Auch wenn mich die Trennung von Blake und Miranda nicht wirklich weiter beschäftigt, sagt allein die Tatsache, dass ich darüber Bescheid weiß, eine Menge aus, oder? In unserem Haus wird viel, sehr viel Country Music gehört. Es gibt gewisse Songs, die alle Familienmitglieder mitgrölen können. Auch die, die grad noch ein sehr lustiges Englisch-Deutsch-Kauderwelsch sprechen und noch nicht mal Old Mac Donald singen können.
  15. Expat-Zeit ist Familienzeit. Losgelöst von (fast) allen Verpflichtungen hat man als (Neu-)Expat die Chance, sich was komplett Neues aufzubauen und sich auf die Menschen zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind!

Und warum mögt Ihr Euer Leben gerade so gerne?