Neulich habe ich mich mit einer fellow Expat-Freundin getroffen, die gerade unter etwas leidet, was uns Expat-Frauen (bestimmt auch alle anderen Frauen in der ein oder anderen Form, aber haben Männer das eigentlich auch?) regelmäßig befällt: die berufliche Sinnkrise! Was das genau ist? Das kann ich Euch sagen: es geht immer um DIE eine zentrale Frage:

„Was wird eigentlich aus mir, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind???“

Vom Ende einer Sinnkrise – www.tinabusch.comDie meisten Expat-Frauen, die ich bislang kennengelernt habe, haben ihren Job in Deutschland aufgegeben und sind während ihrer Zeit im Ausland nicht berufstätig. Während sich die eine über diese Situation richtig freut und sich voll und ganz den Kindern, dem Haus und der Organisation des Familienlebens widmet, plagt eine andere tagein, tagaus eine generelle Unzufriedenheit. Beide Frauen stellen sich aber immer wieder die gleichen Fragen (die ich übrigens auch in meinen Interviews stelle):

  • Sage ich auch zur nächsten Vertragsverlängerung wieder ja oder dränge ich darauf, dass es jetzt. endlich. zurück. in. die. Heimat geht?
  • Folge ich brav und klaglos meinem Mann von einem Ort zum anderen, während er Karriere macht und sich stetig weiterentwickelt?
  • Wenn wir wieder in Deutschland und die Kinder älter sind, gehe ich dann wieder arbeiten? Was? Wo? Wie? Was? Wann? Wieviel? Was?
  • Gibt’s irgendwann auch mal wieder mehr in meinem Leben außer Aufräumen und Putzen, Einkaufen, und Kochen, Kinder von A nach B und wieder zurück fahren?

Bei uns sah diese Sinnkrise bis vor Kurzem noch so aus: auch mein Mann musste sich in regelmäßigen Abständen mit meiner Unzufriedenheit auseinandersetzen, ob er wollte oder nicht. Meistens saß ich dann abends bereits mies gelaunt und vor mich hin seufzend auf dem Sofa. Mein armer Mann kam nichts ahnend aus einem der Kinderzimmer, in dem endlich auch das letzte Geräusch verstummt war, und freute sich auf sein Bier, ein paar Chipsies und die Red Sox im Fernsehen. Stattdessen wurde er aber schon auf dem Weg zum Sofa von der Seite angepampt (und hätte natürlich am Liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht, um zu den Kindern zu flüchten!), wahlweise mit den Worten:

Ich bin so unzufrieden!

oder

So kann das nicht weitergehen!

oder

Was wird bloß aus mir, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind? (jammer, seufz, jammer)

Selten folgte darauf ein konstruktives Gespräch, häufiger war nach ein paar Sätzen Schluss: Auf „Das wird schon“, „Das sehen wir dann“ oder „Du hast doch immer so tolle Ideen“ wurden schnell ein paar Chips in den Mund gestopft und alle Aufmerksamkeit David Ortiz beim Homerun gewidmet. Mir war einfach nicht zu helfen…

Und jetzt? Jetzt gibt es diese Unzufriedenheit und auch dieses Gespräch nicht mehr! Warum nicht? Weil es diesen Blog gibt! :-)

Endlich habe ich eine Aufgabe, die mir Spaß macht. Beschäftige mich mit einem Thema, für das ich mich schon immer interessiert habe. Durch die Interviews komme ich raus aus meinem Haus und unterhalte mich mit verschiedenen Frauen über mehr als nur Kinder und Urlaub. Und dazu bilde ich mich noch im Bereich Blogging und Social Media weiter (gerade habe ich an der Online-Konferenz Alt for Everyone teilgenommen und in 2 Wochen fängt endlich der nächste Blogging your Way-Kurs von Holly Becker an!). Aber vor allem habe ich ein Ziel vor Augen: die go-to-source für und über Expat-Frauen zu werden! Ein langer Weg liegt vor mir, begleitest Du mich?

Kennt Ihr solche Sinnkrisen auch? Wie gehen Eure Männer damit um? Und vor allem: wie kommt Ihr da wieder raus? Wie immer freue ich mich sehr auf Eure Kommentare! Gerne natürlich auch auf Facebook.